Download Freewww.bigtheme.net/joomla Joomla Templates Responsive

Artikel

Demokratie leben

Mutmacherinnen Anne Wizorek, Nicole von Horst und Jasna Strick von #aufschrei im Interview:

Wir sind die Initiatorinnen des Hashtags #aufschrei: Anne Wizorek, Nicole von Horst und Jasna Strick. Eines Nachts im Januar 2013 begann Nicole auf Twitter mit der Beschreibung sexualisierter Übergriffe, die sie erlebt hatte....

Aus: demokratie-plus.de

»The Feminist Celebrity of the Year« könnte zum ersten Mal ein weißer Hetero werden

Ende des Jahres wird wieder »The Feminist Celebrity of the Year« gekürt. Auch ihr könnt abstimmen. 2014 bekam Emma Watson die Ehre – in diesem Jahr sind erstmals Männer nominiert. Als Favorit wird ein weißer Hetero gehandelt.

Feminismus ist längst keine Frauensache mehr. Immer mehr Männer machen sich für Gleichberechtigung der Geschlechter stark und nennen sich selbst Feministen. Und das wird belohnt: Im zweiten Jahr der Auszeichnung »The Feminist Celebrity of the Year« sind auch Männer nominiert. Noch bis zum 14. Dezember könnt ihr hier abstimmen oder direkt auf den Namen eures Lieblingskandidaten klicken:
Matt McGorry

Schauspieler Matt McGorry hat es der Frauenwelt besonders angetan. Er spielt in den US-Serien How to Get Away with Murder und Orange Is The New Black – die sehr von Feministinnen gefeiert werden. Letztere zeigt die harten Lebensrealitäten von Frauen aller Hautfarben und ethnischer Abstammung im und außerhalb des Knasts.

Die Arbeit an der Serie scheint ihn für feministische Themen sensibilisiert zu haben. Im März outete er sich offiziell: »Es ist mir peinlich zugeben zu müssen, dass ich erst kürzlich die EIGENTLICHE Bedeutung von ›Feminismus‹ herausgefunden habe. Ich glaube an die Gleichberechtigung der Geschlechter. Feminist sein geht für Frauen UND Männer. ICH BIN EIN FEMINIST.«

Seither setzt sich McGorry öffentlich für den Feminismus ein und unterstützt die Kampagnen #HeForShe und #BlackLivesMatter. Selbst nachts postet er Essays auf Facebook, um am Equal Pay Day für die Angleichung der Gehälter zu werben. In seinem vor-feministischen Leben arbeitete McGorry als Gewichtheber und Personal Trainer. Über diese Zeit sagt er: »Meine männlichen Privilegien haben es mir erlaubt, 29 Jahre lang blind zu sein.«

Aus: Ze.tt: Matt McGorry kann nicht nur nett lächeln, er setzt sich auch für den Feminismus ein.

Feminist Superheroines: Ada Lovelace

Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace (1815–1852), war eine britische Mathematikerin. Ihr Vater war der Dichter Lord Byron, doch es ist ihre Mutter Anne Isabella Noel-Byron, die schon früh Adas naturwissenschaftliche Ausbildung fördert. 1843 übersetzt Ada Lovelace eine Beschreibung der »Analytical Engine« von Charles Babbage, einer nie erbauten Maschine, die in ihrer Konzeption als ein Vorläufer des Computers gilt. Ada Lovelace fügt der Übersetzung Notizen über Babbages Erfindung hinzu, in denen sie für die im Text angeführte Berechnung arithmetische Befehle und Speicherorte anfallender Zwischenergebnisse tabellarisch festhält. Damit gilt sie als erste Programmiererin der Weltgeschichte. Am 10. Dezember jährt sich ihr Geburtstag zum zweihundertsten Mal.

Aus: an.schläge 2015, feminist superheroines, VIII, 2015

Niedersachsen geht gegen Rassismus an der Discotür vor

Es ist ein Satz, den wohl fast jeder, der öfter in Bars, Clubs und Discos geht, schon mal gehört hat: Mit der Standardfloskel »Du kommst hier nicht rein« weisen Türsteher unerwünschte Gäste ab. Wenn der Grund gammelige Turnschuhe sind, drei Bier zuviel oder einfach das Gesicht, das dem Menschen am Einlass nicht gefällt, dann müssen die Gäste das hinnehmen. Der Inhaber des Lokals hat Hausrecht und darf sich seine Gäste aussuchen. Punkt.

Was aber, wenn hinter dem Satz »Du kommst hier nicht rein« nicht banale äußerliche Gründe stecken, sondern blanker Rassismus? Was, wenn in eine Disco drei hellhäutige Besucher problemlos hineinkommen, während drei schwarzen Männern der Einlass verwehrt wird, obwohl beide Gruppen Jeans und Kapuzenpulli tragen?

Die Landesregierung in Niedersachsen geht jetzt gegen Diskriminierung an der Discotür vor. An diesem Montag hat der Landtag in Hannover ein neues Gaststättengesetz verabschiedet, das empfindliche Strafen gegen die Betreiber vorsieht, wenn Besucher wegen ihrer Hautfarbe oder Religion abgewiesen werden. Bis zu 10.000 Euro Bußgeld drohen Disco-Inhabern, bei wiederholten Verstößen können die Kommunen sogar ein Gewerbeverbot aussprechen.

Der Gaststättenverband Dehoga lehnt die Gesetzesänderung ab und argumentiert, Diskriminierung sei ein gesellschaftliches Phänomen, dass sich durch gesetzliche Einzelinitiativen nicht bekämpfen lasse. Hendrik Teetz, der gemeinsam mit einem Partner zwei Discotheken in Buxtehude südlich von Hamburg betreibt, äußert sich zurückhaltender, sieht aber die Gefahr, dass »Leute, die aus ganz anderen Gründen nicht hereingelassen werden«, das Gesetz nutzen, um einen Club in Verruf zu bringen und vor Gericht »schnelles Geld zu verdienen«. Schon jetzt habe sein Unternehmen von Zeit zu Zeit mit unberechtigten Rassismusvorwürfen zu kämpfen, die über Facebook-Kommentare formuliert werden.

Von Oliver Klasen, 14. Dezember 2015. Aus: Süddeutsche Zeitung. Alltagsrassismus

#gendertrouble

Ein Projekt des Landesfrauenrates Thüringen e.V. Es wird von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) gefördert.